02 - Anbau
Hundert Tage. Ein Sommer. Ein Charakter.
Tabak ist ein Naturprodukt. Er trägt die Hitze des Augusts, den Regen des Junis und die kühlen Nächte vor der Ernte in sich. Jede Saison hinterlässt ihre Spuren im Blatt. Deshalb gleicht kein Jahrgang dem anderen.


Landwirtschaft statt Industrie
Tabak wächst nicht in Fabriken. Er wächst auf Feldern.
Zwischen Aussaat und Ernte liegen Monate voller Entscheidungen, Beobachtungen und Geduld. Die Pflanze bestimmt das Tempo. Der Mensch begleitet sie.
Ehrlicher Tabak entsteht dort, wo Landwirtschaft wichtiger bleibt als Ertrag.
Boden & Klima
Schweizer Erde
macht Schweizer Tabak.
Bodenbeschaffenheit
Lehmige, gut durchlüftete Böden im Mittelland und am Bodensee. Mineralreich, ausgeglichen, mit einem Gedächtnis für Wasser.
Einfluss des Klimas
Warme Sommertage, kühle Nächte, Föhnwinde. Diese Spannung ist es, die im Blatt Aromen anlegt - leise, aber präzise.
Wasser
Schweizer Regen genügt meist. Die Pflanze wächst mit dem, was die Natur ihr gibt. In trockenen Jahren wird das Blatt kleiner, oft aber auch konzentrierter im Charakter.
Pflanzenschutz
Pestizidfrei und gentechnikfrei. Nicht weil ein Label es verlangt, sondern weil wir überzeugt sind, dass ehrlicher Tabak auf gesunden Böden beginnt.
„Wir verarbeiten nur so viel Tabak, wie ein Jahr hervorbringt. Die Natur gibt den Takt vor. Wir arbeiten in ihrem Rhythmus."
Die Reise des Blattes
Vom Samen bis zur fertigen Charge.

Semis, Cugy, März 2024 01März - AprilAussaat
Aus kleinen Samen entstehen die Pflanzen eines neuen Jahrgangs. Behutsam gezogen, geschützt und vorbereitet auf ihren Weg ins Freie.

Junger Setzling, Wurzelballen im Feld 02MaiPflanzung
Sobald die Temperaturen stimmen, werden die jungen Pflanzen ins Feld gesetzt. Von diesem Moment an beginnt der Einfluss von Boden, Wetter und Jahreszeit.

Feldreihen im Sommer, Mittelland 03Juni - JuliWachstum
Sonne, Regen und Zeit formen den Charakter der Pflanze. Kein Feld entwickelt sich gleich. Kein Jahr gleicht dem anderen.

Tabakblüte kurz vor der Reife 04AugustReife
Die Pflanze erreicht ihren Höhepunkt. Farbe, Struktur und Blattstärke verändern sich. Jetzt beginnt die wichtigste Phase der Beobachtung.

Récolte, Corcelles, September 2023 05SeptemberHandernte
Blatt für Blatt. Im richtigen Moment.
Tabak wird nicht an einem einzigen Tag geerntet. Die Pflanze reift von unten nach oben. Deshalb erfolgt die Ernte in mehreren Durchgängen. Jedes Blatt wird dann geerntet, wenn Farbe, Struktur und Reifegrad stimmen. Erfahrung entscheidet. Nicht der Kalender.
„Auf dem Feld entsteht das Blatt. In der Fermentation entsteht seine Persönlichkeit."

Trocknungsscheune, frühe Wandlung des Blattes 06September - OktoberTrocknung
Der erste Wandel.
Frisch geernteter Tabak enthält bis zu 80 % Wasser. Jetzt beginnt ein Prozess, den die Natur seit Jahrhunderten kennt. Die Blätter werden aufgehängt und langsam getrocknet. Wasser verlässt das Blatt. Stärke beginnt sich umzuwandeln. Aus sattem Grün werden erste Gold- und Brauntöne. Das Blatt stirbt nicht. Es verwandelt sich.

Goldene Virginia-Blätter nach dem Flue-Curing 07VirginiaFlue-Cured Virginia
Gold entsteht durch Wärme.
Virginia-Tabak wird nach der Ernte kontrolliert getrocknet. Durch die schonende Wärmezufuhr bleibt ein Teil der natürlichen Blattzucker erhalten. Dadurch entstehen die hellen Farben und die feine natürliche Süsse, für die Virginia weltweit geschätzt wird. Nicht zugesetzt. Im Blatt entstanden.

Burley-Blatt nach langsamer Lufttrocknung 08BurleyAir-Cured Burley
Charakter entsteht durch Geduld.
Burley geht einen anderen Weg. Die Blätter hängen wochenlang in gut belüfteten Trocknungshäusern. Langsam. Ohne zusätzliche Wärme. Ohne Beschleunigung. Während Virginia seine natürliche Süsse bewahrt, entwickelt Burley Tiefe, Struktur und Würze. Erdige Noten. Nussige Nuancen. Mehr Charakter als Süsse - das, was Tabak-Connaisseurs lieben.

Sortierung in der Manufaktur 09Oktober - NovemberSortierung
Jedes Blatt findet seinen Platz.
Nach der Trocknung gleicht kein Blatt dem anderen. Farbe, Struktur, Blattstärke, Grösse, Lage an der Pflanze - jetzt beginnt die sorgfältige Sortierung. Was zusammen reift, muss auch zusammenpassen.

Fermentationsstapel in der Manufaktur Steinach 10November - JanuarFermentation
Die Geburt des Charakters.
Frischer Tabak besitzt Kraft. Fermentierter Tabak besitzt Charakter. Während der Fermentation verändert sich das Blatt von innen heraus. Natürliche Enzyme arbeiten. Bitterstoffe bauen sich ab. Aromen verbinden sich. Das Blatt wird runder, harmonischer und ausgewogener. Nicht durch Zusätze. Sondern durch Zeit.

Fermentierter Virginia, helles Gold 11Für VirginiaFermentierter Virginia
Die natürliche Süsse wird feiner.
Das Aroma gewinnt an Tiefe. Die hellen Honig- und Getreidenoten werden harmonischer. Das Blatt wirkt reifer und ausgewogener.

Fermentierter Burley, tiefes Kastanienbraun 12Für BurleyFermentierter Burley
Würze, die zur Komplexität reift.
Burley verändert sich besonders stark. Erdige Noten werden tiefer. Die Struktur wird runder. Die charakteristische Würze gewinnt an Komplexität. Das Ergebnis ist kein lauter Tabak. Sondern ein erwachsener.

Entstielen von Hand 13Januar - FebruarEntstielen
Weniger ist mehr.
Die Mittelrippe hat ihre Aufgabe erfüllt. Jetzt wird sie entfernt. Was bleibt, ist der Teil des Blattes, der später Aroma, Charakter und Rauchverhalten bestimmt.

Bergquellwasser aus dem Alpstein 14FebruarVeredelung mit Bergquellwasser
Das Einzige, was wir hinzufügen.
Aus dem Alpstein fliesst Wasser, das seit Jahrhunderten durch Gestein gefiltert wird. Mit diesem Bergquellwasser wird der Tabak schonend zurück ins Gleichgewicht gebracht. Keine Aromen. Keine Zucker. Keine Casings. Nur Wasser.

Blätter aus neun Regionen, vereint 15MärzVermählung der Regionen
Die kleine Schweiz im Blatt.
Neun Regionen. Neun Handschriften. Neun unterschiedliche Terroirs. Erst jetzt entsteht daraus die finale Komposition. Nicht um Unterschiede zu verstecken. Sondern um sie miteinander sprechen zu lassen.

Schnitt in der Manufaktur 16AprilDer finale Schnitt
Vom Blatt zum Tabak.
Jetzt entscheidet sich, wie der Tabak später erlebt wird. Schnittbreite. Struktur. Feuchtigkeit. Jede Entscheidung beeinflusst das spätere Rauchverhalten.

Qualitätskontrolle vor der Freigabe 17MaiQualitätskontrolle
Vier Augen. Manchmal sechs.
Bevor eine Charge die Manufaktur verlässt, wird sie erneut geprüft. Geruch. Haptik. Feuchtigkeit. Struktur. Brandverhalten. Nicht jede Charge besteht.

Fertige Charge, bereit für die Veredelung 18JuniDie fertige Charge
Ein Jahr Arbeit in einem Blatt.
Vom Setzling bis zur fertigen Charge vergeht fast ein ganzes Jahr. Sonne. Regen. Boden. Zeit. Handwerk. Geduld. Alles steckt in diesem Blatt. Das ist kein Industrieprodukt. Das ist ehrlicher Schweizer Tabak.

Vertiefung
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